Du möchtest endlich abschalten. Doch schon der Gedanke an einen neuen Kurs, einen festen Übungsplan...
Angst körperlich spüren, obwohl du sie verstehst
Du weisst, dass ein Gespräch nicht gefährlich ist. Du hast es vorbereitet und kannst dir vernünftig erklären, was passieren wird. Trotzdem schlägt dein Herz schneller, deine Hände werden feucht oder dein Magen zieht sich zusammen.
Vielleicht ärgerst du dich darüber: «Ich weiss doch, dass ich keine Angst haben muss. Warum reagiert mein Körper trotzdem?»
Was kannst du tun, wenn du Angst körperlich spürst, obwohl du sie gedanklich verstehst? Versuche im ersten Schritt, die Reaktion wahrzunehmen, ohne sofort gegen sie anzukämpfen. Richte deine Aufmerksamkeit auf die aktuelle Umgebung und gib dir Zeit, bevor du entscheidest, was du als Nächstes tust.
Verstehen und Spüren können gleichzeitig stattfinden
Angst kann sich körperlich bemerkbar machen. Zu möglichen Anzeichen gehören Herzklopfen, Zittern, Schwitzen, Schwindel oder Beschwerden im Magen. Der NHS beschreibt diese körperlichen Zeichen bei Angst und Panik.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede solche Empfindung durch Angst verursacht wird. Körperliche Beschwerden können verschiedene Gründe haben. Gerade bei neuen, starken oder unklaren Symptomen ist eine medizinische Abklärung wichtig.
Wenn du Angst als mögliche Ursache bereits kennst, kann es hilfreich sein, zwei Aussagen nebeneinander stehen zu lassen: «Ich verstehe die Situation» und «Mein Körper reagiert gerade angespannt.» Du musst die zweite Aussage nicht durch weiteres Nachdenken widerlegen.
Was du im Moment versuchen kannst
Schau dich um und benenne leise einige Dinge, die du sehen kannst. Spüre, worauf du sitzt oder wie deine Füsse den Boden berühren. Lass deinen Atem in einem Tempo fliessen, das für dich angenehm ist.
Frag dich dann: «Was passiert gerade tatsächlich um mich herum?»
Vielleicht stehst du vor einer schwierigen Aufgabe. Vielleicht erinnert dich etwas an eine frühere belastende Situation. Vielleicht bist du einfach erschöpft. Du brauchst die Ursache nicht in wenigen Sekunden zu finden. Die Frage hilft dir, dich wieder an der gegenwärtigen Situation zu orientieren.
Wenn dir eine Übung unangenehm ist oder dich stärker beunruhigt, lass sie weg. Du darfst einen anderen Weg wählen, etwa ein Gespräch mit einer vertrauten Person oder einen kurzen Ortswechsel.
Prüfe, was du zusätzlich über die Empfindung denkst
Manchmal wird aus einer körperlichen Reaktion sofort eine weitere Befürchtung. Du spürst Herzklopfen und denkst: «Jetzt verliere ich die Kontrolle.» Dadurch richtest du noch mehr Aufmerksamkeit auf jedes Signal.
Frag dich: «Welche Empfindung bemerke ich, und welche Bedeutung gebe ich ihr gerade?»
Du kannst beispielsweise sagen: «Mein Herz schlägt schnell. Ich bin angespannt und möchte einen Moment sitzen bleiben.» Das ist eine Beschreibung deiner Wahrnehmung. Sie lässt offen, was die Ursache ist, und gibt dir Raum für den nächsten Schritt.
Wenn du körperliche Symptome bisher nicht abklären lassen hast oder sie sich verändert haben, suche ärztlichen Rat, statt sie selbst sicher als Angst einzuordnen.
Nach der Situation genauer hinschauen
Sobald der Moment vorbei ist, kannst du Fragen beantworten, für die vorher wenig Raum war:
Was geschah unmittelbar davor?
Welche körperlichen Empfindungen traten auf?
Was habe ich befürchtet?
Was ist tatsächlich geschehen?
So erkennst du möglicherweise, ob bestimmte Situationen häufiger mit der Reaktion verbunden sind. Notiere auch, was dir geholfen hat. Das kann ein Gespräch gewesen sein, eine Pause oder die Erfahrung, dass du trotz Anspannung in der Situation bleiben konntest.
Wenn die Angst deinen Alltag beeinflusst
Wenn du Situationen aus Furcht vor der körperlichen Reaktion zunehmend vermeidest, musst du damit nicht allein zurechtkommen. Psychologische Unterstützung kann dir helfen, die Reaktionen und deine Antworten darauf gezielt zu betrachten. Der NHS beschreibt Gesprächstherapien als eine Behandlungsmöglichkeit bei wiederkehrenden Panikreaktionen.
Neue starke Brustschmerzen, ausgeprägte Atemnot, Ohnmacht oder andere plötzlich auftretende schwere Beschwerden gehören umgehend medizinisch beurteilt.
Ein erster Schritt
Nimm dir bei einer vertrauten, milden Anspannung einen Moment und frage dich: «Was spüre ich? Was geschieht gerade? Was brauche ich als Nächstes?»
REMORPHING® beschäftigt sich mit wiederkehrenden inneren Reaktionen. Wenn du dir in ruhigen Momenten bewusst Zeit für deren Wahrnehmung nehmen möchtest, kannst du das kostenlose Audio THE FIRST SHIFT kennenlernen. Ein Audio ersetzt keine Abklärung körperlicher Beschwerden.